Victorine Müller
(*1961 in Grenchen, SO), lebt und arbeitet in Zürich.
Einzelausstellungen im Jahre 2009 im Kunstraum Kreuzlingen und 2008 im Kunstmuseum Solothurn.
Gruppenaustellungen im Jahre 2008 in der Kunsthalle Wien, im Jahre 2007 im Centre PasquArt in Biel/Bienne, im ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe) in Karlsruhe und im Chateau de Nyon. Performances im Jahre 2009 im TINA B in Prag, im Rehmann Museum in Laufenburg und in der SchiffART im Hafen von Romanshorn, im Jahre 2008 in der Kunsthalle Wien, im Kunstmuseum Solothurn, im SIK in Zürich und am Theaterspektakel Zürich.
Dieses Jahr ist sie mit einer Installation in der City Kirche Konkordien in Mannheim, im Kunstraum Engländerbau in Vaduz und in der Kulturschiene in Herrliberg zu sehen. Performances finden im öffentlichen Raum im Umfeld des Kunstraums Engländerbau in Vaduz und im Klosterhof in Wettingen im Rahmen des Eduard Spörri Museums statt.
Mögliches Werk in der Ausstellung
ERDLING, 2009 PVC, 170 x 400 x 200cm, Installationsaufnahme Kunstraum Kreuzlingen
"Stille Spektakel" nennt Manuel Rodriguez die Performances von Victorine Müller; sie selbst spricht vom Körper als "Poesie-Erreger". Derlei Antagonismen - Begriffe und Zustände, die sich eigentlich ausschließen - eignen ihrem Werk, machen es unverwechselbar und unvergesslich. Denn wenn sie ihren eigenen Körper oder die Körper anderer als Material, als "Verbündeten" einsetzt, so infizieren diese Bilder immer auch den Körper des Betrachters: befallen ihn mit dem Virus Zeit, der gemeinhin alles so eng werden lässt. Der uns umtriebig umtreibt und vergessen macht, dass man sich hin und wieder auch treiben lassen muss. Victorine Müller versetzt uns in einen Zustand des Sichtreibenlassens. Dehnt den Körper in der Zeit. Frei nach Richard Wagner, könnte man sagen: Zum Körper wird die Zeit. Während es in Marcel Prousts letztem Band der Recherche heißt: "… die Zeit, die gewöhnlich nicht sichtbar ist, die, um sichtbar zu werden, nach Körpern sucht und überall da, wo sie sie findet, sich ihrer bemächtigt", ist man im Fall Victorine Müller zu glauben geneigt, dass nicht etwa die Zeit sich der Körper bemächtigt, sondern dass im Gegenteil die Künstlerin mit fröhlicher Chuzpe die Zeit besetzt. Sie für den Augenblick als Zustand purer Energie und Konzentration in den Körpern sichtbar werden lässt. Dabei stets gewahr, dass in jedem Augenblick immer ein Bein in der Vergangenheit steht und ein anderes in der Zukunft, wird die Kunst in der Gegenwart zum Artenschutz für aussterbende Spezies: im Einsatz für die Zeit und im Engagement für den Körper.“
(Auszug aus einem Text von Michaela Nolte Berlin, September 2004)
