Ausstellungsprojekt im USEGO-Gebäude in Olten

Der Umbau des USEGO-Areals in Olten von einem Logistikzentrum zu einem Dienstleistungsstandort bietet die Möglichkeit der Zwischennutzung der Räume als Ausstellungsort. Dieser Übergang von einem zum anderen Nutzungsbedarf erlaubt es, den Raum als Gefäss für Geschichten zu thematisieren, die ihn durch ihre Auseinandersetzung mit Bild-, Erinnerungs- und Zeiträumen und der Thematik der Örtlichkeit hinterfragen und ihm neue Inhalte vermitteln können. „In Between“ bespielt einen räumlichen Zwischenzustand, der einmalig ist.

Die Arbeiten der vorgesehenen Künstlerinnen thematisieren eine Bedeutungskonstruktion von Räumlichkeit, sei es der opulente und surreale Bildkosmos bei Ana Strika, in dem der Bildraum kein logisches Kontinuum mehr darstellt, der „Sprachraum“ bei Marco Eberle, in dem Intuition und Übersetzung notwendig sind, um sich darin zurechtzufinden, der Erinnerungsraum bei Lena Maria Thüring, der Zeitaspekt des Moments und seiner Ausdehnung in den realen Raum bei Victorine Müller oder der Ort auf der anderen Seite der Welt mit seinen spezifischen Bedingungen bei Seline Baumgartner. Diese individuellen Auseinandersetzungen mit dem Thema der Räumlichkeit sollen der besonderen und zeitlich begrenzten Situation des Ausstellungsortes im USEGO-Gebäude in Olten gerecht werden und sie reflektieren.

Das Ausstellungsprojekt „In Between“ sieht sich in einer Tradition der Kulturtätigkeit, die bereits in früheren Projekten der USEGO (use-go-art) aufgegriffen und genutzt wurde. Die Ausstellung soll durch einen aktuellen zeitgenössischen Diskurs auf den Standort Olten aufmerksam machen und aufzeigen, dass sich das Gebäude und auch der Standort als Plattform für zeitgenössische Kunst auch fernab von den Ballungszentren bestens eignet.
Die Ausstellung wir von Esther Spycher kuratiert und in Zusammenarbeit mit art i.g. Olten realisiert.

Situation

Vom früheren Logistikzentrum zum Dienstleistungstandort Die USEGO (Union Schweizerische Einkaufsgesellschaft Olten) wurde 1907 als zentrales Einkaufs‐und Logistikunternehmen der unabhängigen Detailhändler in der Schweiz gegründet. Das Gebäude in Olten war Hauptsitz der Gesellschaft und Logistikzentrum zur Versorgung von bis zu 4'000 Usego‐Läden.

Der Architekt Fritz von Niederhäusern plante und erstellte 1922/23 das monumentale Lagergebäude der USEGO an der Solothurnerstrasse. Der damalige Lokalmatador unter den Oltener Architekten beschrieb die Bauaufgabe für das Gebäude im Usego‐Jahresbericht 1922 wie folgt: «Die Mächtigkeit des Baues soll die Grösse und Kraft der Organisation der U.S.E.G.O. verkörpern, welche auf gutem Fundament aufgebaut, den festen Glauben besitzt an die Notwendigkeit und Entwicklungsfähigkeit der Union schweizer. Einkaufsgesellschaft Olten und des schweizerischen Mittelstandes. Die Lisenen, welche als Säulen ausgebildet sind, bedeuten die einzelnen Mitglieder der U.S.E.G.O., welche in festem Rahmen und mit vereinter Kraft das ganze Unternehmen stützen und tragen, und die Geschlossenheit weithin sichtbar als monumentale, unüberwindliche Stärke den Konkurrenten vor
Augen führt.» Neben Lager, Warenumschlag und Verwaltung beherbergte das Gebäude auch Kafferösterei, Gewürzmühlen und Abfüllanlagen. Das 1931/32 erweiterte Hauptgebäude ist bis heute ein Monument aus der Geschichte der Logistik.
Literatur: 100 Jahre Usego: Eine Spurensuche. Hg. Peter Kaiser und Bruno Meier. Baden, Verlag Hier+Jetzt, 2007. ISBN 978‐3‐03‐919067‐6

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