Erste wortklang-Serie erfolgreich abgeschlossen

Am Sonntag 11. April 2010 fand in der Oltner Vario Bar die fünfte und letzte Ausgabe der ersten Wortklang Reihe statt, welche mit abwechslungsreichem und auserlesenem Programm bestach.
Wortklang, die jüngste Oltner Lese- und Musikbühne, welche letzten September startete, kann auf erfolgreiche erste fünf Veranstaltungen zurückblicken. Die Gästeliste las sich wie ein ‚who is who’ der deutschsprachigen Spoken Word – Szene: Gabriel Vetter, Renato Kaiser, Matto Kämpf, Andy Strauss, Simon Chen, Simon Libsig, um nur einige Künstler zu nennen. Dazu kamen die Auftritte etablierter Schweizer Musiker wie Trummer, Nadja Stoller und Dülü Dubach, die mit ihren gesungenen Worten das Publikum in ihren Bann zogen. In kleinem und äusserst beschaulichem Rahmen erwartete die Wortklang-Besucher auch einige Geheimtipps: für unvergessliche Auftritte sorgten beispielsweise ‚The Fuck Hornisschen Orchestra’ aus Leipzig, oder auch der Langenthaler Rapper und Improvisationskünstler Knackeboul.

Der jüngste Event vom 11. April rundete die vorhergehenden Anlässe passend und mit weiteren Highlights ab. Den Start in den Abend machte das Stadtberner Popliteraten-Duo Fitzgerald & Rimini. Der Bassist Ribi Rimini schuf mit seinen mal leisen, mal rauhen Tönen faszinierende Klangteppiche für Elsa Fitzgeralds Texte. Diese erreichten die Ohren der Zuhörer vorwiegend gesprochen, teilweise aber auch gesungen, letztlich stets überzeugend performt. So bekamen unter anderem Hotelerbinnen, der schwarze Blocks, sowie schnurrbärtigen Polizisten textlich ihr Fett weg.

Danach betrat der in Bern wohnhafte St. Galler Sam Hofacher die Bühne. Der Dienst alte Slam Poet und Lesebühnen-Autor vermochte mit subtilem Humor und bissigen Textpassagen zu faszinieren. Hofacher präsentierte ein Querschnitt seines Schaffens, der sich Themen wie der Existenzberechtigung von Walen, Geständnissen, Sprache mit geringer Lebenserwartung, sowie Lehrern annahm.

Achim Parterre und Bruno Rämy alias Spoken Wörgeli aus Langnau ernteten von Beginn weg  viele Sympathiepunkte beim Publikum. Über die versierten Schweizerörgeli Melodien Rämys präsentierte Achim Parterre seine witzigen Mundarttexte, welche die Vario-Besucher zu zahlreichem Schmunzeln und Lachen bewegten. Spoken Wörgeli thematisierten vorwiegend typisch schweizerische Themen, wie der Alltag auf dem „Märit“, oder das Berner Oberland.

Last but not least erwartete das überschaubare, aber aufmerksame Publikum hoher Besuch: Wehwalt Koslovsky aus Berlin ist eine Koryphäe der Slam Poetry – Landschaft. Der seit über 15 Jahren aktive Wortkünstler liess auf der Vario Bühne seinen Charme spielen und stellte sein Können auf äusserst beeindruckende Weise unter Beweis: Stets gereimt, performte Koslovsky seine Balladen in horrendem Tempo und machte klar, warum er unzählige Slam-Siege erzielen konnte. Egal ob eine „Ode an die Hirnhode“, Faust 3.0 alias „der Fister“, die Eigenheiten von Hauseinweihungen oder ein Plädoyer für den Reim, Wehwalt Koslovsky versteht es Inhalt und Form zu einem atemberaubenden Ganzen zu verschmelzen. Der Berliner rundete einen schönen und qualitativen hochwertigen Abend in der Vario Bar ab.

Das Wortklang–Team, bestehend aus Rainer von Arx, Kilian Ziegler und art i.g., ist im Begriff das Programm der zweiten Staffel zusammenzustellen, welche Ende Oktober dieses Jahres starten und wiederum in der Vario Bar stattfinden wird. Freunde gesungener und gesprochener Worte dürfen sich auf viele weitere nationale und internationale Künstler freuen.
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